Mieter in Kreuzberg protestieren gegen schlechte Zustände im Haus
In der Wrangelstraße 70 in Berlin-Kreuzberg protestierten Mieterinnen und Mieter öffentlich gegen die Zustände in ihrem Haus. Unterstützer aus der Nachbarschaft waren dabei. Die Bewohner berichten von großen Problemen. Im Winter fielen zeitweise Strom und Heizung aus. Im Hof liegt Müll, und das Treppenhaus wurde lange nicht gereinigt. Außerdem ist die Haustür seit Monaten kaputt. Deshalb kommen immer wieder fremde Personen in Hof und Keller.
Mehrere Mieter glauben, dass die schlechte Pflege des Hauses Absicht sein könnte. Sie vermuten, dass jemand sie zum Auszug drängen will. Nach ihren Angaben gibt es aber keine Kündigungen und keine Aufforderungen zur Räumung. Trotzdem wächst der Druck auf die Eigentümerin.
Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg beschäftigt sich inzwischen mit dem Fall. Im Juni kam das Haus in eine Arbeitsgruppe für Problemhäuser. Dort sprechen Ämter über Gebäude mit ernsten Schwierigkeiten. Vorher hatte der Energieversorger den Strom abgestellt. Die offenen Rechnungen sind nach Angaben des Bezirks inzwischen bezahlt. Auch andere Fachämter meldeten Probleme an dieser Adresse. Sozialstadträtin Regine Sommer-Wetter nannte die Lage besorgniserregend. Eigentümer müssen sichere Wohnverhältnisse garantieren, sagte sie. Vernachlässigung oder leer stehende Wohnungen aus Gewinninteresse dürften nicht den Bewohnern schaden.
Die Eigentümerin weist den Vorwurf einer gezielten Verdrängung zurück. Sie erklärt, sie habe seit dem Kauf keine bestehenden Mieten erhöht. Auch habe sie niemanden zum Auszug aufgefordert. Der Leerstand in Teilen des Hauses hänge mit einem geplanten sozialen Wohnprojekt zusammen. Dort sollen wohnungslose Frauen wohnen. Wohnungen seien vorbereitet und Personal eingestellt worden. Doch die nötigen Genehmigungen fehlen noch. Den Stromausfall erklärt sie mit Problemen in der Kommunikation zwischen Versorgern.
Viele Mieter bleiben skeptisch. Sie berichten, dass sie die Eigentümerin oft nicht erreichen konnten. Außerdem belasten sie Polizeieinsätze wegen häuslicher Gewalt und eine geschlossene Firma im Erdgeschoss. Diese schloss nach einer starken Mieterhöhung. Eine Nachbarschaftsinitiative fordert nun schnelles Handeln der Behörden. Wenn sich nichts ändert, sollen Bußgelder oder eine Verwaltung des Hauses durch die Behörden folgen.
Vereinfachter Artikel zu Lernzwecken.