Neues Spreequartier soll Wohnungen und Klimapark nach Kreuzberg bringen
Auf dem Gelände der früheren Victoriaspeicher in Friedrichshain-Kreuzberg soll in den nächsten Jahren ein neues Stadtquartier entstehen. Geplant sind rund 1000 Wohnungen und ein öffentlicher Klimapark an der Spree. Das Areal liegt zwischen Spreeufer, Schillingbrücke und Köpenicker Straße. Bisher nutzen Firmen die Fläche vor allem als Lagerplatz.
Künftig sollen dort Wohnen, kleine Läden, Kultur, soziale Angebote und Arbeitsflächen zusammenkommen. Auch Handwerk und produzierende Betriebe sollen Platz finden. Der Klimapark, eine Grünfläche für besseres Stadtklima, ist ein wichtiger Teil der Planung. Er soll für alle zugänglich sein und einen Weg zum Wasser öffnen. So verbindet sich das bisher eher geschlossene Gelände stärker mit der Nachbarschaft.
Die Grundlage ist ein Entwurf, den Fachleute nach einem Werkstattverfahren ausgewählt haben. Dabei entwickelten mehrere Teams Ideen für die Stadtplanung. Die Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft und die städtische Wohnungsbaugesellschaft WBM treiben das Projekt gemeinsam voran. Etwa die Hälfte der Wohnungen soll dauerhaft feste, niedrigere Mieten haben. Deshalb können auch Menschen mit geringerem Einkommen dort wohnen. Insgesamt rechnet die Stadt mit Wohnraum für etwa 2000 Bewohnerinnen und Bewohner.
Politisch ist das Projekt ungewöhnlich, denn Bezirk und Berliner Senat arbeiten hier zusammen. Bei großen Bauprojekten in Friedrichshain-Kreuzberg gibt es sonst oft Streit. Das Land Berlin will das Grundstück in öffentlicher Hand behalten. Berlin soll es also nicht an private Investoren verkaufen. Damit will die Politik Wohnen, Grünflächen und Gewerbe besser miteinander verbinden. Die Lage an der Spree soll nicht nur nach Marktregeln genutzt werden.
Bis zum Baustart bleibt trotzdem viel zu tun. Nach der Entwurfswahl folgen genauere Planungen und ein Bebauungsplan. Dieser Plan legt fest, was auf dem Grundstück gebaut werden darf. Außerdem müssen alte Gebäude saniert und Straßen, Leitungen und Wege vorbereitet werden. Die Partner planen den Baubeginn für 2030. Eine wichtige Hürde war ein benachbarter Galvanikbetrieb. Dort behandelt eine Firma Metalloberflächen mit chemischen Verfahren. Bei einem Unfall kann diese Produktion besondere Gefahren bringen. Deshalb galten besondere Abstände und Regeln. Nach einer Einigung sollen diese riskanteren Arbeiten enden. Dadurch können die Einschränkungen für den Wohnungsbau wegfallen.
Vereinfachter Artikel zu Lernzwecken.