Neues Viertel am Ostbahnhof entsteht auf schwierigem Grundstück
Am Berliner Ostbahnhof entsteht ein neues Projekt mit Wohnungen, Büros und Geschäften. In der Straße der Pariser Kommune 20 legten die Beteiligten diese Woche den Grundstein für „B.YARD“. Die Bauarbeiten laufen schon, und Anfang 2028 soll alles fertig sein. Das Projekt kostet nach Angaben der Beteiligten rund 90 Millionen Euro. Gleichzeitig hat die Suche nach Mietern für die Büros begonnen.
Geplant sind etwa 8.000 Quadratmeter Bürofläche. Dazu kommen jeweils rund 700 Quadratmeter für Läden und Restaurants sowie für Ateliers und Galerien. Außerdem sollen 60 Wohnungen entstehen. Ein gemeinsamer Innenhof verbindet die verschiedenen Gebäude und Bereiche. Auf den Dachterrassen soll es Pflanzen geben. Das oberste Dach bekommt Solarmodule, die Strom aus Sonnenlicht erzeugen. Für Autos plant das Projekt nur wenig Platz, nämlich 17 Stellplätze in einer Tiefgarage.
Das Grundstück hat eine schwierige Geschichte in der Berliner Wohnungspolitik. Für den Neubau riss man 2023 einen Plattenbau aus DDR-Zeit ab. Solche Häuser wurden früher aus fertigen Beton-Teilen gebaut. Seit 2021 stand das Gebäude leer. Davor lebten dort rund 350 Menschen, darunter viele Familien der Minderheit Rom:nja. Das Haus war jahrelang in schlechtem Zustand. Behörden erklärten einzelne Wohnungen sogar als nicht bewohnbar.
Nach einem Wechsel des Eigentümers im Jahr 2019 wurden die Konflikte stärker. Es ging um Reparaturen, Mietzahlungen und Kündigungen. Hilfsorganisationen und Stadtteil-Initiativen halfen damals den Bewohnerinnen und Bewohnern. Sie wollten Räumungen oder den Verlust von Wohnungen wenigstens teilweise verhindern. Trotzdem ist bis heute nicht ganz klar, was aus allen früheren Bewohnern wurde. Einige kamen nach dem Auszug oder nach Räumungen zuerst in Notunterkünfte. Andere fanden neue Wohnungen.
„B.YARD“ steht deshalb für die Veränderung rund um den Ostbahnhof. Dort entstehen neue Arbeitsplätze, Kulturflächen und Wohnungen. Gleichzeitig bleibt eine wichtige Frage offen: Wer kann sich Wohnen im Zentrum Berlins künftig leisten?
Vereinfachter Artikel zu Lernzwecken.