Reform des Wohngeldes: Auswirkungen auf Haushalte

Die Bau­mi­ni­sterin Verena Hubertz plant eine Reform des Wohn­geldes, die viele Diskussionen auslöst. Ziel ist es, die Ausgaben des Bundes zu senken. Im nächsten Jahr sollen die Ausgaben um 738 Millionen Euro reduziert werden. Dies betrifft vor allem Haushalte mit geringem Einkommen, die das Wohn­geld benötigen, um in Städten die hohen Lebenshaltungskosten zu decken.

Ein wichtiger Punkt der Reform ist die Kürzung der Heiz­kosten­pauschale. Für Haushalte mit einer Person wird sie von 96 Euro auf die Hälfte reduziert. Außerdem wird die geplante Erhöhung des Wohn­geldes, die alle zwei Jahre stattfinden sollte, ausgesetzt. Die Berechnung des Wohn­geldes wird ebenfalls geändert. Dadurch wird ein größerer Teil des Einkommens berücksichtigt. Viele Haushalte könnten dadurch weniger oder gar kein Wohn­geld mehr bekommen. Laut Hubertz könnten bis zu einem Drittel der bisherigen Empfänger aus dem System fallen.

Die Opposition kritisiert die Reformpläne stark. Mayra Vriesema von den Grünen nennt die Reform eine der größten Sozialkürzungen der letzten Jahre. Sie warnt, dass viele Betroffene auf Grundsicherung oder Sozialhilfe angewiesen sein könnten. Dies würde keine Einsparungen bringen, sondern die Kosten nur verlagern. Das Bau­mi­ni­sterium rechnet mit zusätzlichen Kosten in der Grundsicherung von 192 Millionen Euro für den Bund und 33 Millionen Euro für die Kommunen im nächsten Jahr.

Obwohl die Einsparungen beim Wohn­geld ab 2027 für Bund und Länder jeweils eine Milliarde Euro betragen sollen, sind die tatsächlichen Einsparungen für die Steuerzahler geringer. Wegen der höheren Ausgaben in der Grundsicherung und Sozialhilfe betragen sie nur 1,47 Milliarden Euro. Die Reform, die von der Bau­mi­ni­sterin als schmerzhaft bezeichnet wird, wirft Fragen zur sozialen Gerechtigkeit und zur langfristigen finanziellen Entlastung des Bundes auf.

Vokabeln

  • Lebenshaltungskosten - cost of living - Kosten für das tägliche Leben in einer Stadt.
  • Grundsicherung - basic income support - Finanzielle Hilfe für Menschen mit geringem Einkommen.
  • Sozialhilfe - social assistance - Staatliche Unterstützung für Bedürftige.
  • Einsparungen - savings - Reduzierung von Ausgaben.

Vereinfachter Artikel zu Lernzwecken.

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