Alter Güterbahnhof Köpenick wird neues Wohnquartier für Berlin

Nach mehr als 30 Jahren Stillstand kann Berlin am früheren Güterbahnhof Köpenick bald weiterplanen. Das Gelände liegt nahe dem Bahnhof Köpenick im Südosten Berlins. Das Eisenbahn-Bundesamt hat fast zwölf Hektar von Bahnzwecken freigegeben. Das bedeutet: Berlin darf nun selbst über die weitere Nutzung entscheiden. Schon Ende Februar hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, ein hohes Gericht, die Bauplanung als rechtmäßig bestätigt.

Auf der Fläche liegt seit Anfang der 1990er-Jahre vieles brach. Insgesamt sollen dort rund 1.800 Wohnungen für mehr als 3.000 Menschen entstehen. Etwa 1.000 Wohnungen gehören zu dem jetzt freigegebenen Teil. Außerdem plant die Stadt zwei Schulen, eine Kita sowie soziale und kulturelle Angebote. Auch Büros und kleinere Gewerbeflächen sind vorgesehen. Deshalb soll kein reines Wohngebiet entstehen, sondern ein gemischter Stadtteil. Das Projekt soll den angespannten Wohnungsmarkt im Südosten Berlins entlasten.

Die Planer wollen ein möglichst klimaneutrales Quartier bauen. Es soll also wenig Energie verbrauchen und das Klima möglichst wenig belasten. Private Autos sollen dort eine kleinere Rolle spielen. Parkplätze sollen vor allem in zentralen Garagen im Quartier liegen. Dort soll es auch Plätze für Fahrräder und Kinderwagen geben. So bleibt mehr öffentlicher Raum für Fußgänger, Radfahrer, Grünflächen und Treffpunkte. Der nahe Bahnhof Köpenick hilft dabei, weil viele Wege mit Bus und Bahn möglich sind.

Der Weg zur Freigabe war zuletzt schwieriger geworden. Seit 2023 schützt ein neues Eisenbahnrecht alte Bahnflächen stärker. Sie dürfen nur leichter anders genutzt werden, wenn ein besonders großes öffentliches Interesse besteht. Der Grund ist, dass Flächen später für Bahn oder Nahverkehr gebraucht werden könnten. Im Frühjahr lehnte das Eisenbahn-Bundesamt die Freigabe zuerst ab. Berlin legte dagegen Widerspruch ein. Im Juli 2025 trat dann eine Übergangsregel für laufende Verfahren in Kraft. Sie machte die jetzige Entscheidung möglich. Bausenator Christian Gaebler nannte die Freigabe einen wichtigen Schritt für gerechte Stadtentwicklung und schnelle weitere Planung.


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